Herzdiagnostik neu gedacht - Evaluation eines multimodalen Wearables

Mobile Sensoren (Wearables) eröffnen neue Möglichkeiten für das kontinuierliche Monitoring von Vitalparametern. Bevor diese Technologien jedoch routinemässig in der Patientenversorgung eingesetzt werden können, ist eine sorgfältige Evaluierung entscheidend. Dabei sind die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Daten sowie die Benutzerfreundlichkeit zentrale Faktoren.

Um den Einsatz von Wearables am Universitätsspital Basel (USB) weiter voranzutreiben, kooperieren wir im Rahmen eines Innosuisse-Projekts mit der Berner Fachhochschule und der evismo AG. Gemeinsam entwickeln wir ein neuartiges, multimodales Wearable, das künftig verschiedene kardiovaskuläre Messungen von Vitaldaten wie EKG und Blutdruck in einem einzigen Gerät vereinen soll.

Die Entwicklung folgt einem mehrstufigen Prozess: Zunächst durchlief das Wearable mehrere Usability-Tests mit potenziellen Patient*innen sowie Pflegefachkräften. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wurde das Design schrittweise optimiert und an die Bedürfnisse der verschiedenen Benutzergruppen angepasst.

Im nächsten Schritt wird die technische Machbarkeit des Wearables geprüft. Dazu führen wir eine Machbarkeitsstudie am USB durch, in der das System von den Patient*innen im direkten Vergleich zum aktuellen Standard of Care (herkömmliches Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruckmanschette) evaluiert wird. Im Fokus stehen neben der technischen Signalqualität insbesondere die Usability und die Tragbarkeit. Dazu zählt, inwiefern das Wearable den Alltag und den Schlaf beeinflusst und wie hoch die Akzeptanz der Patient*innen gegenüber dieser neuen Technologie ist.

Diese Erkenntnisse dienen als Grundlage, um das System gezielt für die Bedürfnisse der Patient*innen weiterzuentwickeln und den Weg für einen routinemässigen Einsatz von Wearables im Spitalalltag zu ebnen.